Die FPÖ-Ikone und die vereinigte linke Medienlandschaft
Cato, "Kronen Zeitung" vom 01.03.2010 Seite: 3 "Eine mutige Mutter (...) Ein neuer Bundespräsident steht zur Wahl. Eine Mutter von zehn Kindern, die schon in der Politik gezeigt hat, was sie kann, bewirbt sich um diese sehr hohe Position. Wählen wir sie, sie wird eine gute Bundespräsidentin für Österreich sein!"
"Salzburger Nachrichten" vom 02.03.2010 Seite: 2 "(...) Fest steht, dass die FPÖ massiv für Rosenkranz mobilisieren wird. Fest steht seit Montag auch, dass Rosenkranz die uneingeschränkte Unterstützung der größten Zeitung im Land hat: Der Chef der "Kronen Zeitung" höchstpersönlich empfahl seinen Lesern am Montag, für die EU-Gegnerin Rosenkranz zu stimmen. (...)"
"Klares Angebot an ÖVP-Wähler", "Kronen Zeitung" vom 28.02.2010 Seite: 4 "Strache bewertet die Nominierung eines eigenen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl auch als Beitrag zur Demokratie in Österreich. "Es kann nicht nur einen Bewerber für dieses Amt geben. Wir leben nicht in Nordkorea", sagt der FPÖ-Chef. Auch er müsse sich den Vorschlag mit Barbara Rosenkranz am kommenden Dienstag noch vom Parteivorstand absegnen lassen. Das gilt allerdings als reiner Formalakt.(...) Mit Rosenkranz habe er "jedenfalls die ideale Kandidatin für dieses Amt", meint der FPÖ-Chef. Ideal vor allem, weil sie auch ein Signal an die bürgerlichen Wähler sei. (...) Der Wahlkampf soll gleich nach der Parteisitzung am Dienstag starten. "Barbara Rosenkranz und ich werden gemeinsam die Auseinandersetzung mit dem Schweigekurs, von dem Heinz Fischer glaubt, das sei Diplomatie, aufnehmen. (...) Keinen Zweifel lässt Strache daran aufkommen, dass im Bundespräsidentschaftswahlkampf auch "die von der SPÖ ungelöste Zuwanderungsfrage ein dominierendes Thema wird".
Claus Pándi, "Kronen Zeitung" vom 28.02.2010 Seite: 4 "Eine Mutter für Österreich" wird wohl Straches Präsidentschaftsmotto. Und es ist klar, dass der FPÖ-Chef mit dem Rennen um die Hofburg eigentlich seinen Kampf um Wien beginnt. Ein Hochrisikospiel, bei dem es um viel geht."
Peter Gnam, "Kronen Zeitung" vom 01.03.2010 Seite: 2,3 "Die FPÖ-Ikone Barbara Rosenkranz tritt bei der Bundespräsidentenwahl gegen Heinz Fischer an. Außenseiterin ist die zehnfache Mutter Barbara Rosenkranz deshalb, weil es in der Geschichte der Bundespräsidenten noch nie gelungen ist, ein amtierendes Staatsoberhaupt bei einer neuerlichen Kandidatur zu besiegen. (...) Die Grenzen zum Osten müssen sicherer werden Chancenlos ist die Außenseiterin Barbara Rosenkranz allerdings nicht, denn ihr Hauptthema im Wahlkampf werden neben kritischen Stellungnahmen zur EU die ungelösten Sicherheitsfragen nach dem Fall der Schengengrenzen samt Explosion der Kriminalität sein. (...) In ersten Umfragen werden Barbara Rosenkranz etwa 20% der Stimmen bei der Bundespräsidentenwahl zugestanden, Heinz Fischer gilt vorerst als hoher Favorit. (...) Diese herbeigeschriebene Chancenlosigkeit von Rosenkranz steht allerdings in Widerspruch zu Ansätzen einer bevorstehenden Sudelkampagne gegen die FPÖ-Kandidatin, bei der über die Namen ihrer zehn Kinder, ihre EU-kritische Haltung und ihre Vorbehalte gegenüber Ausländern sowie Scheinasylanten hergezogen wird. Diese Versuche, Rosenkranz politisch ins rechte Eck zu stellen, lassen darauf schließen, dass die FPÖ-Kandidatin von der vereinigten linken Medienlandschaft doch als "Gefahr" für Heinz Fischer gesehen wird. Apropos Heinz Fischer: Er macht bereits auf Wahlkampf und besuchte am Wochenende eine Versammlung der Gewerkschaftsjugend, wobei er die Möglichkeit, mit jungen Menschen zu sprechen, als "Sauerstoffdusche" bezeichnete."
Von "Krones" Gnaden Plattform für Rosenkranz, Die Presse vom 2010-03-02, Seite: 3 "(...) Hans Dichand hatte schon vor Monaten einen Traum: Erwin Pröll war ihm als potenzieller Präsidentschaftskandidat abhandengekommen, also setzte der Herausgeber der "Kronen Zeitung" auf Barbara Rosenkranz als Lichtgestalt für die Hofburg. Doch die FPÖ ließ sich bitten. Besser gesagt: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache liebäugelte lange selbst mit einem Antreten. Mit der - natürlich in der "Krone" getätigten - Klarstellung zugunsten von Rosenkranz dürfte im Verhältnis Dichand-Strache wohl alles klar sein. Womit nicht zum ersten Mal der Startschuss für eine entsprechende Kampagne in Österreichs größtem Boulevardblatt gegeben ist. (...)"
Peter Blaschek, "Kronen Zeitung" vom 01.03.2010 Seite: 19 "(...) Der Mut von Fr. Rosenkranz, als FPÖ-Kanditatin für die Bundespräsidenten-Wahl anzutreten, ist bewundernswert, da ja mit Sicherheit anzunehmen ist, dass die Vereinigten Linken mit Argumenten aus der untersten Schublade versuchen werden, Fr. Rosenkranz negativ darzustellen. Die große, an Entbehrungen so reiche Leistung, 10 Kinder zu anständigen Menschen zu erziehen, wird von den Linken garantiert zum verachtungswerten Mutterordendenken umfunktioniert. (...) Fr. Rosenkranz muss auch damit rechnen, dass sie von Menschen, die den Unterschied zwischen Heimatliebe und blindem Nationalismus nie verstehen werden, ausgiebig mit der "braunen Soße" überschüttet werden wird. (...) Es wäre wichtig für dieses Land, gäbe es ein Staatsoberhaupt, das sich nicht nur mit leeren ausgetretenen Worthülsen zu Problemen äußert, sondern mit klaren und bestimmenden Worten. (...)"
Mag. Ewald Hager, "Kronen Zeitung" vom 01.03.2010 Seite: 19 "(...) Dass die ÖVP mit Fischer zufrieden ist, ist kein Wunder: Schließlich hat uns der Bundesheini mit seiner Unterschrift unter den Lissabon-Vertrag im Sinne der ÖVP-Lobbys endgültig an die Brüsseler Geisterfahrer verraten und verkauft."
Elisabeth Unzog, "Barbara Rosenkranz auf Überholspur", "Kronen Zeitung" vom 03.03.2010 Seite: 27 "Eine der besten Nachrichten seit langem: Barbara Rosenkranz tritt gegen Fischer an, und das ist gut so. Wenn Herr und Frau Österreicher in sich gehen, dann kann gar kein anderer als Rosenkranz das Rennen machen. (...) Wenn es schon unbedingt dieses Amt geben muss, dann soll es ein BP sein, der aus dem Volk und für das Volk ist, und das hat der arrogante Heinzi längst vergessen. Barbara Rosenkranz ist schon die Richtige, sie hat Courage, Hirn und Verstand und das Auftreten, wie es ein jeder Politiker haben soll. (...) Bravo, Barbara Rosenkranz, meine Stimme hat sie."
Nina Horaczek, "Falter" Nr. 08/10 vom 24.02.2010 Seite: 22 "Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Das weiß natürlich auch Hans Dichand. Darum setzt die Kronen Zeitung im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf auf ihren Leserbriefseiten verstärkt auf die FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz. Denn „Frau Rosenkranz lebt in einer intakten Familie mit zehn eigenen Kindern und hat trotzdem Zeit und Energie für eine aufreibende politische Tätigkeit, die sie ganz in den Dienst ihres Landes stellt und soziale Verantwortung übernimmt“, war da zu lesen. (...)"
Andreas Koller, "Salzburger Nachrichten" vom 22.02.2010 Seite: 4 "(...) Die zehnfache Mutter gehört zwar dem rechten äußeren Rand ihrer Partei an, aufgrund ihres verbindlichen Wesens polarisiert sie die Wählerschaft aber weit weniger als der Rabauke Strache. Zudem überpurzelt sich die "Kronen Zeitung" seit vielen Monaten im Abdruck von Huldigungsadressen an die treudeutsche Landesrätin. Eine solche Unterstützung ist in Wahlkampfzeiten Goldes wert. (...)"
"Die germanische Mutter will Präsidentin werden", Der Bund vom 03.03.2010, Seite 5 "FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz fordert Amtsinhaber Heinz Fischer heraus. Die «Kronen-Zeitung» ist begeistert. Diese Frau muss der Traum aller alter Kameraden sein: kantiges Gesicht, aufrechter Gang, oft im Trachtenkleid und zehn Kinder mit urgermanischen Namen: Wolf, Horst, Arne, Volker, Mechthild, Hildrun, Hedda, Ute, Alwine, Sonnhild. Dazu ein Ehemann (Horst Jakob), der in einer rechtsextremen Partei aktiv war und ein rechtsextremes Pamphlet herausgibt. Alles am familiären Hintergrund von Barbara Rosenkranz würde also für eine glänzende Karriere in der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) sprechen. Und tatsächlich tritt die 52-jährige FPÖ-Landesrätin in Niederösterreich nun zum ersten Mal aus dem Schatten der männlich dominierten Parteiführung."

