Freitag, 19. Februar 2010
Stephan Pestitschek, "Kronen Zeitung" vom 11.02.2010 Seite: 28 "(...) Wenn man die Berichte über die angebliche Verschleppung von Waisenkindern aus Haiti liest (...) so bekommt man massive Zweifel. (...) Ich vermute, dass es jedem der Kinder in den USA besser gegangen wäre als in Haiti (...)"
Neue Württembergische Zeitung vom 04.02.2010, S. 4 "'Niemand weiß, wie viele Kinder bei der Katastrophe ihre Eltern verloren haben', sagt Christian Jung von der Duisburger Organisation Kindernothilfe. 'Es besteht die Gefahr, dass Kinder verschleppt werden', sagt Jung. (...) Sollten sie in die Fänge von Menschenhändlern geraten, könnten Kinderarbeit und Prostitution drohen. Die haitianische Regierung fürchtet, dass Kinder für Adoptionen ins Ausland gebracht werden, die möglicherweise noch Familien haben. Derzeit erregt eine Gruppe amerikanischer Missionare Aufsehen, die mehr als 30 Kinder ohne Papiere per Bus in die Dominikanische Republik bringen wollte. (...) Die Kinder im Alter zwischen mehreren Monaten und 14 Jahren, von denen einige noch Eltern haben, sind in einem SOS-Kinderdorf untergebracht. (...) 'Es ist sinnvoller, Kinder hier in erweiterten Familien unterzubringen und die Familien dann zu unterstützen', meint Jung. 'Sonst erleben sie nach dem Trauma des Erdbebens direkt ein zweites Trauma, indem sie aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen werden.'"
Focus, 25.01.2010; Ausgabe: 04; Seite: 140-142 "Skrupellose Kinderhändler auf der Suche nach Opfern (...) die Sorge, im Chaos könnten Kinder leichte Beute von Menschenhändlern werden. Das hat Tradition: Haiti ist berüchtigt für seine Kindersklaven. Die rund 300000 sogenannten Resteveks - hergeleitet aus dem französischen "rester avec" (bei jemandem bleiben) - wurden von den Eltern verschachert als billige Arbeitskräfte, an Sextouristen in der Dominikanischen Republik, für Adoptionen oder als Ersatzteillager für Organhändler. (...) Auch die deutsche Kindernothilfe sorgt sich, Kinder könnten nach dem Grauen des Erdbebens ein zweites Mal Opfer werden. "Nach Katastrophen sind Kinder immer besonders verletztlich", meint der Sprecher der Organisation, Sascha Decker. So habe die tamilische Rebellenbewegung LTTE nach dem Tsunami Ende 2004 Kinder von der Straße zwangsrekrutiert."