Soziale Medien als Nachrichtenquelle

Soziale Medien als Nachrichtenquelle

Seit einigen Jahren konsumieren die Nutzer immer mehr Nachrichten in den sozialen Netzwerken. Während in der Anfangszeit von Facebook, Twitter und anderen Social Medias die Nachrichten – und besonders alle politischen Nachrichten – keine Rolle spielten, haben sich diese Netzwerke zu echten Nachrichtenplattformen entwickelt. Die Gründe hierfür sind vielfältig und plausibel. Ob sie jedoch wünschenswert sind, ist eine andere Frage.

Gründe für den Aufstieg zur sozialen Nachrichtenplattform

Soziale Netzwerke haben im Internet inzwischen viele Aufgaben übernommen. Für viele Menschen stellen sie inzwischen auch eine wichtige Nachrichtenquelle dar. Während anfangs nur einige wenige Zeitungsartikel den Weg in die sozialen Netzwerke fanden, kann man sich heute über praktisch jedes Thema in den sozialen Medien informieren. Hier spielen teils komplexe Handlungsketten von Nutzern, aber auch das kommerzielle Interesse der Plattformen selbst und zahlreicher Nachrichtenportale eine Rolle.

Kommerzielles Interesse von Nachrichtenportalen

Zeitungen, Zeitschriften und andere Nachrichtenportale leben bei ihren Internetseiten davon, dass Nutzer diese Seiten aufsuchen und ihnen dabei Werbung gezeigt wird. Diese Seiten haben also ein wirtschaftliches Interesse daran, möglichst viele Nutzer auf ihre Webseiten zu locken. Dies lässt sich durch die sozialen Medien auf mehreren Wegen erreichen. Da ist natürlich zuerst die Möglichkeit, dass Nutzer Zeitungsartikel teilen, die den Freunden der Nutzer dann als Vorschau direkt in den sozialen Medien angezeigt werden. Möchte der Freund den ganzen Artikel lesen, muss er die Webseite der Zeitung besuchen, was durch einen Klick auf die Vorschau des Artikels geschieht. Die zweite Möglichkeit ist die Präsenz der Zeitung oder Zeitschrift in den sozialen Medien selbst. Da dies oft kostenlos möglich ist, bietet sich hier eine Möglichkeit, aktiv und kostenlos die eigenen Inhalte zu bewerben. Die dritte Möglichkeit ist der Kauf von Werbung bei den sozialen Netzwerken, die das Ziel hat, Nutzer auf die Webseite des Werbetreibenden zu leiten.

Eigeninteresse von Nutzern

Viele Bereiche des Internets werden heute auch politisch genutzt. Diese Entwicklung hat vor den sozialen Medien nicht haltgemacht. Nutzer verwenden Facebook, Twitter und andere Netzwerke, um hier beispielsweise kostenlos für politische Anliegen zu werben, die ihnen wichtig sind. Dabei werden oft Zeitungsartikel, die ein Nutzer für politisch relevant hält oder genau seine Meinung widerspiegelt, in diesen Netzwerken geteilt. Die Absicht dahinter ist es, andere Nutzer zu beeinflussen. Erreicht wird in jedem Fall eine höhere Klickzahl auf den Webseiten der Nachrichtenverfasser.

Gesponserte Inhalte

Da in sozialen Netzwerken natürlich niemand Anspruch auf objektive Nachrichten hat und sie auch hier nicht erwartet, verschwimmen die Grenzen zwischen echten Nachrichten, Meinungsmache und Werbung. Gesponserte Inhalte und Werbebotschaften enthalten hier ebenfalls daher oft Nachrichtenelemente, um Aufmerksamkeit zu erzeugen oder die eigene Botschaft wichtiger oder glaubhafter aussehen zu lassen.

Selbst manipulierte Meldungen, Falschmeldungen und unsinnige Texte, die wie Nachrichten aufgemacht sind, finden so Eingang in die sozialen Medien. Dem Nutzer ist es dabei oft nicht leicht möglich zu erkennen, aus welcher Quelle die Nachricht eigentlich stammt und welche Absicht mit ihrer Veröffentlichung verbunden ist.

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